Inkubus
(Als weiterführender Gedanke zu -)
Der Incubus/Succubus- Mythos ist ein abenteuerliches Konstrukt, das darauf hinausläuft, dem „Teufel“ und allen „Dämonen“ die natürliche männliche Zeugungskraft abzusprechen. Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich hier um eine christliche Vorstellung. Im Verlauf der Kirchengeschichte gab es selbstredend die Tendenz der vollständigen Entsinnlichung – ebenfalls davon betroffen waren hierbei die gefallenen Engel. Diese Idee hat nun Thomas von Aquin weiterentwickelt und darauf stützten sich dann wiederum die Verfasser des „Hexenhammers“ (malleus maleficarum). Demnach stehlen sich die Dämonen in weiblicher Gestalt beim Geschlechtsakt (untenliegend=succubus) den Samen von Männern. Da dieses Mittel zur Zeugung von Teufelskindern erkaltet unwirksam wäre, bewahren sie es, so erklärt es der Hexenhammer, zur Frischhaltung irgendwo auf. Als männlicher verführer (obenliegend=incubus) geben sie diesen Samen dann an die „Hexen“ weiter.
All diese christlichen Vorstellungen rings um die Teufelsbuhlschaft sind aber nun auf den in der Antike allgemein verbreiteten Gedanken der Vermischung von Göttern und Menschen entlehnt, die dann im Judentum und frühen Christentum zu Dämonen degradiert wurden.
Doch das erklärt die Heftigkeit und Grausamkeit des Mordens gerade während der Frauenverfolgung noch keineswegs. Hier ist meines Erachtens Älteres, Tieferes und vor allem auch im eigenen Inneren Bedrohlicheres am Werk, das hier vernichtet werden muss. Es war ja die Auslöschung alles Natürlichen und Schönen wohlan immer schon oberste Prämisse der Christenheit.
Ob wir das nun in der mythologischen Bildsprache als „Heilige Hochzeit“ bezeichnen oder religionsgeschichtlich dem Fruchtbarkeitskult zuordnen oder ob wir es tiefenpsychologisch als Abwehrreaktion gegen das weibliche Unterbewusste, das also am stärksten Verdrängte ansehen, bleibt sich letztlich gleich: Es geht wieder einmal, und hier ganz zentral, um die Beziehung und um die Ganzheit von Mann und Frau.
Was ist, ziehen wir die Verfasser des Alten Testaments heran, die Warnung vor der „Hurerei“ in ihrem vorder- und hintergründigen Sinn (Kultisches auf Sexuelles reduziert/religiöse Untreue) und die allmähliche Abwertung der Frau zu jener Zeit gegen die massenhafte Ermordung jetzt? Nun, dass beispielsweise nicht geleugnet wurde, dass diese „Hurerei“ freilich trotzdem Spass macht. Erst im Christentum aber, wo Weib, Leib und Sinnlichkeit – also ergo das ganze Leben - des Teufels sind, darf das nicht einmal der Hexe mehr Vergnügen bereiten.
Natürlich verbirgt sich nicht nur hinter solchen Perversionen, sondern auch hinter der akribischen Ausführlichkeit, mit der sich die Hexenrichter all das trotzdem schildern ließen, das eigentlich „Verhexte“: ihre eigene Sehnsucht, die ja mit der ihrer Opfer identisch ist.
Soweit dazu. Als Nächstes wäre noch die Frage aufzuwerfen, was bei dem, was man als „erotischen Traum“ bezeichnen kann, energetisch eigentlich geschieht. Eine verweigerte oder nicht gelebte, auch unausgeglichene Sexualität führt zu Krankheit, Hysterie, Wahnsinn und ebenfalls nicht selten in den Tod. Da der Sexualtrieb, den wir geruhig mit Freud die Libido nennen können, mit dem Lebenstrieb identisch ist, heißt das ja schon einmal nichts anderes, als dass hier etwas unterdrückt wird, das uns allen aber zu einem gesunden Leben notwendig ist. Körperlich wie geistig. Es ist leider in der Tat selbst heute noch so, dass man die Sexualität kaum versteht und dass man ihre Geheimnisse stets fehl interpretiert. Das hat natürlich auch immer etwas mit der gängigen Moralvorstellung zu tun und wenn wir uns die heutige Entwertung des Sexus und das völlig aus dem Ruder geratende sexuelle Leben unserer Gesellschaft einmal ansehen, dann erkennen wir nichts anderes darin als den Ausbruch eines Vulkans, dessen Energie so lange durch die christliche Dunkelheit unterdrückt wurde. Beide Extreme: die Unterdrückung wie der sexuelle Wahn können unmöglich zu einer Beglückung führen und sind nur Ausdruck äußerster Krankheit. Jegliches Gerede von „Freiheit“ und „sexueller Revolution“ ist hier nur als dummes Zeug zu behandeln.
Interessant hierbei könnte sein, dass gerade die beiden Extreme zu ein und der selben Äußerung gelangen: dem Traum, der aufzeigt, dass die Energie, die vorhanden ist, keine Kanalisationsmöglichkeit findet und sich deshalb in einem Alptraum manifestiert, denn die unterdrückte Sexualität warnt ihren Unterdrücker sowie auch das scheinbare Paradox des sexuellen Wahns sich darin äußert und aufzeigt, keine Befriedigung zu erlangen. Demzufolge hat das bei letzterem eine gewisse Ähnlichkeit mit der Fresssucht, bei der man das Gefühl hat, niemals satt zu werden.
Der Incubus/Succubus- Mythos ist ein abenteuerliches Konstrukt, das darauf hinausläuft, dem „Teufel“ und allen „Dämonen“ die natürliche männliche Zeugungskraft abzusprechen. Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich hier um eine christliche Vorstellung. Im Verlauf der Kirchengeschichte gab es selbstredend die Tendenz der vollständigen Entsinnlichung – ebenfalls davon betroffen waren hierbei die gefallenen Engel. Diese Idee hat nun Thomas von Aquin weiterentwickelt und darauf stützten sich dann wiederum die Verfasser des „Hexenhammers“ (malleus maleficarum). Demnach stehlen sich die Dämonen in weiblicher Gestalt beim Geschlechtsakt (untenliegend=succubus) den Samen von Männern. Da dieses Mittel zur Zeugung von Teufelskindern erkaltet unwirksam wäre, bewahren sie es, so erklärt es der Hexenhammer, zur Frischhaltung irgendwo auf. Als männlicher verführer (obenliegend=incubus) geben sie diesen Samen dann an die „Hexen“ weiter.
All diese christlichen Vorstellungen rings um die Teufelsbuhlschaft sind aber nun auf den in der Antike allgemein verbreiteten Gedanken der Vermischung von Göttern und Menschen entlehnt, die dann im Judentum und frühen Christentum zu Dämonen degradiert wurden.
Doch das erklärt die Heftigkeit und Grausamkeit des Mordens gerade während der Frauenverfolgung noch keineswegs. Hier ist meines Erachtens Älteres, Tieferes und vor allem auch im eigenen Inneren Bedrohlicheres am Werk, das hier vernichtet werden muss. Es war ja die Auslöschung alles Natürlichen und Schönen wohlan immer schon oberste Prämisse der Christenheit.
Ob wir das nun in der mythologischen Bildsprache als „Heilige Hochzeit“ bezeichnen oder religionsgeschichtlich dem Fruchtbarkeitskult zuordnen oder ob wir es tiefenpsychologisch als Abwehrreaktion gegen das weibliche Unterbewusste, das also am stärksten Verdrängte ansehen, bleibt sich letztlich gleich: Es geht wieder einmal, und hier ganz zentral, um die Beziehung und um die Ganzheit von Mann und Frau.
Was ist, ziehen wir die Verfasser des Alten Testaments heran, die Warnung vor der „Hurerei“ in ihrem vorder- und hintergründigen Sinn (Kultisches auf Sexuelles reduziert/religiöse Untreue) und die allmähliche Abwertung der Frau zu jener Zeit gegen die massenhafte Ermordung jetzt? Nun, dass beispielsweise nicht geleugnet wurde, dass diese „Hurerei“ freilich trotzdem Spass macht. Erst im Christentum aber, wo Weib, Leib und Sinnlichkeit – also ergo das ganze Leben - des Teufels sind, darf das nicht einmal der Hexe mehr Vergnügen bereiten.
Natürlich verbirgt sich nicht nur hinter solchen Perversionen, sondern auch hinter der akribischen Ausführlichkeit, mit der sich die Hexenrichter all das trotzdem schildern ließen, das eigentlich „Verhexte“: ihre eigene Sehnsucht, die ja mit der ihrer Opfer identisch ist.
Soweit dazu. Als Nächstes wäre noch die Frage aufzuwerfen, was bei dem, was man als „erotischen Traum“ bezeichnen kann, energetisch eigentlich geschieht. Eine verweigerte oder nicht gelebte, auch unausgeglichene Sexualität führt zu Krankheit, Hysterie, Wahnsinn und ebenfalls nicht selten in den Tod. Da der Sexualtrieb, den wir geruhig mit Freud die Libido nennen können, mit dem Lebenstrieb identisch ist, heißt das ja schon einmal nichts anderes, als dass hier etwas unterdrückt wird, das uns allen aber zu einem gesunden Leben notwendig ist. Körperlich wie geistig. Es ist leider in der Tat selbst heute noch so, dass man die Sexualität kaum versteht und dass man ihre Geheimnisse stets fehl interpretiert. Das hat natürlich auch immer etwas mit der gängigen Moralvorstellung zu tun und wenn wir uns die heutige Entwertung des Sexus und das völlig aus dem Ruder geratende sexuelle Leben unserer Gesellschaft einmal ansehen, dann erkennen wir nichts anderes darin als den Ausbruch eines Vulkans, dessen Energie so lange durch die christliche Dunkelheit unterdrückt wurde. Beide Extreme: die Unterdrückung wie der sexuelle Wahn können unmöglich zu einer Beglückung führen und sind nur Ausdruck äußerster Krankheit. Jegliches Gerede von „Freiheit“ und „sexueller Revolution“ ist hier nur als dummes Zeug zu behandeln.
Interessant hierbei könnte sein, dass gerade die beiden Extreme zu ein und der selben Äußerung gelangen: dem Traum, der aufzeigt, dass die Energie, die vorhanden ist, keine Kanalisationsmöglichkeit findet und sich deshalb in einem Alptraum manifestiert, denn die unterdrückte Sexualität warnt ihren Unterdrücker sowie auch das scheinbare Paradox des sexuellen Wahns sich darin äußert und aufzeigt, keine Befriedigung zu erlangen. Demzufolge hat das bei letzterem eine gewisse Ähnlichkeit mit der Fresssucht, bei der man das Gefühl hat, niemals satt zu werden.
Perkampus - 27. Jan, 16:12
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks, Abtastung des Verborgenen (1- Nightmare), 547 mal gelesen


Trackback URL:
http://experimentisten.twoday.net/stories/4652800/modTrackback